Abendlicher Blick über die Altstadt hinüber zum Schloss
Zugegeben, Český Krumlovklang für mich zunächst wie Böhmische Dörfer. Ich hatte keine Ahnung, dass es diesen Ort gibt, wo er liegt und welche historische Bedeutung er hat. Und zugegeben, ich weiß viel zu wenig über unser Nachbarland, der Tschechischen Republik.
Nun, Český Krumlov oder zu Deutsch Böhmisch Krumau, ist ein südböhmisches Städtchen mit rund 13.000 Einwohnern und einer über 750 jährigen Geschichte. Die Stadt ist seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe. Rund eine Millionen Touristen aus aller Welt kommen jährlich zu Besuch. Das sind ungefähr so viele Menschen, wie zum Märchenschloss von Ludwig II. nach Neuschwanstein pilgern.
Was macht Krumau so attraktiv?
Die Stadt liegt am beliebten Moldau-Radweg und ist deshalb eine populäre Bikerstation. Auch wir sind mit einer Radlergruppe rüstiger Rentner durch den südlichen Böhmerwald nach Krumau gekommen. Ein schweißtreibendes Auf und Ab, das unsere tapferen Bioradler herausforderte und manchen E-Bike-Akku an seine Grenzen brachte.
Wir machen Station im Hotel Bellevue in der nördlichen Altstadt. Chinesen, Amerikaner, Deutsche – es ist erstaunlich, wie viele Menschen in diesem verwinkelten Hotel, das früher ein Kloster war, Platz finden. Die freundliche Rezeptionistin aus Manila lässt den Touristentrubel mit philippinischer Gelassenheit über sich ergehen, verteilt Stadtpläne und gibt sachkundige Restaurantempfehlungen.
Böhmisch Krumau – Ein Lauf mittendurch und rund um die mittelalterliche Stadt
Ein Blick auf die Karte zeigt: Das historische Krumau liegt in einem engen Tal des Moldau-Flusses, der auf Tschechisch Vltava heißt. Das Besondere: Die Moldau umkreist die Altstadt in drei Schleifen, so dass der Fluss allgegenwärtig ist. Unten in der Stadt reihen sich die Häuser in engen Gassen aneinander. Oben auf einem mächtigen Fels über der Moldau steht eine riesige burgartige Schlossanlage. Daran schließt sich ein Park an, der fast so groß wie die ganze Altstadt ist. Das macht Eindruck und wirft die Frage auf, wer eigentlich die Schlossbewohner sind oder waren.
Am frühen Morgen mache ich mich auf zu einem Erkundungslauf (und forsche später noch etwas nach). Den Wecker brauche ich nicht zu stellen, denn es ist einer der längsten Tage im Jahr. Die Sonne scheint schon um 5 Uhr durch das kleine Dachfenster meines Hotelzimmers.
Es ist noch ruhig in den Gassen von Krumau. Akustisch begleitet werde ich nur von fröhlichem Vogelgezwitscher und meinen Laufschritten auf den Pflastersteinen. Ich begegne wenigen Frühaufstehern: Menschen, die sich um die Stadtreinigung kümmern, Gärtner, die wegen der Tageshitze schon früh ihre Pflanzen wässern, Handwerker, die die Morgenfrische ausnutzen. Und ich treffe ein paar asiatische Touristen, die genauso neugierig sind wie ich.
Schlosshof und Turm von Český Krumlov
Schloss Krumau – Machtzentrum und Ort wechselvoller europäischer Geschichte Mein erstes Ziel ist das Schloss. Der erste Schlosshof – weitere werden folgen – wird von einem Turm im Renaissance-Stil dominiert, von dem man die ganze Stadt im Blick hat. Ich laufe weiter in den Gebäudekomplex hinein und staune nicht schlecht, als ich im Burggraben zwei Braunbären erblicke. Diese Bärenanlage soll es schon seit dreihundert Jahren geben, einen besonders glücklichen Eindruck machen die aktuellen Bewohner allerdings nicht.
Durch eine mit Holzplanken ausgelegte Einfahrt – wohl um den Lärm der Pferdekutschen zu dämmen – gelange ich in einen weiteren Hof. Auf den ersten Blick wirken die Fassaden wie mit großen Steinen gemauert. Doch das ist ein trompe l’oeil, ein optisches Verwirrspiel, denn die Steine wurden mit dreidimensionaler Perspektive auf die glatte Wand gemalt. Durch ein weiteres Tor gelange ich zum nächsten Hof. Und so geht es immer weiter. Ich laufe noch bis zur Mantelbrücke, einem viaduktähnlichen Bauwerk, das eine tiefe Schlucht überspannt. Dann kehre ich um.
Ein weiterer Schlosshof mit Renaissance-Bemalung
Insgesamt 40 Gebäude und fünf Höfe umfasst diese Anlage, deren Bau im 13. Jahrhundert begonnen und die bis ins 18. Jahrhundert ausgebaut wurde. War das Schloss Český Krumlov, nach der Prager Burg immerhin das zweitgrößte im Land, womöglich Inspiration für Franz Kafkas Roman „Das Schloss“? Experten verneinen das, Kafka sei nie dort gewesen. Gleichwohl kann so ein Schloss auf die Menschen bedrohlich wirken. Denn wer so etwas baut, will Macht ausüben.
Mächtige Adelsgeschlechter Tatsächlich war Schloss Krumau der Sitz mehrerer einflussreicher Adelsgeschlechter. Von ca. 1300 bis 1600 beherrschte die Familie der Rosenberger von hier aus weite Teile Südböhmens. Dann folgten für weitere 100 Jahre die Eggenberger, ein steirisches Adelsgeschlecht. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Krumau schließlich von der Familie Schwarzenberg, ein fränkischer Adel, beherrscht. Die Schwarzenbergs wurden durch Erbschaften, strategische Hochzeiten, gute Beziehungen zu politischen Amtsträgern sowie durch geschicktes Wirtschaften eine der reichsten Familien Europas. Bekannt ist im Böhmerwald der über 50 km lange Schwarzenberger Schwemmkanal, der über technisch anspruchsvolle Tunnelbauten Gewässer über die europäische Wasserscheide hinweg in Richtung Schwarzes Meer umleitet. Die Schwarzenbergs waren in der Forstwirtschaft aktiv und beförderten über diesen Kanal bis ins frühe 20. Jahrhundert Brennholz zur Vermarktung im Donautal.
Mantelbrücke von Schloss Krumau
Annexion und Vertreibung Unmittelbar nach der Münchner Konferenz Ende September 1938, auf der Großbritannien, Frankreich und Italien Hitler weitreichende Konzessionen machten, marschierte Nazideutschland in der Tschechoslowakei ein und annektierte das Sudetenland. Der brutale Terror des „Stellvertretenden Reichsprotektors“, also des SS Obergruppenführers Reinhard Heydrich, im deutsch besetzten Teil der Tschechoslowakei ist gut dokumentiert. Wer die Ausstellung „Reinhard Heydrich. Karriere und Gewalt“ der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin sowie das Konzentrationslager Theresienstadt nördlich von Prag besucht hat, bekommt davon einen kleinen Eindruck.
Český Krumlov blieb vom Nazi-Terror nicht verschont. Der Ort, dessen Bevölkerung überwiegend deutschsprachig war, wurde zu „Krumau an der Moldau“. Die tschechische Bevölkerung wurde unterdrückt. Der gesamte Besitz der Schwarzenbergs, die Gegner der Nationalsozialisten waren, wurde von den Nazis enteignet. Doch das Schloss blieb intakt, wurde teils Militärlager, teils Museum und avancierte zum „arischen Kulturerbe“. Der letzte Schlossherr, Adolf Schwarzenberg, ging 1939 ins Exil. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Schloss Krumau nicht restituiert, sondern 1947 mit der sogenannten „Lex Schwarzenberg“ von der damaligen Tschechoslowakei verstaatlicht. Auch für die Sudetendeutschen wendete sich das Schicksal. Nach der Befreiung des Landes durch die Siegermächte kam es zu massenhaften Vertreibungen der deutschsprachigen Bevölkerung. Krumau an der Moldau wurde wieder zu Český Krumlov.
Trotz einer wachsenden Zahl deutscher Besucher findet man an historischen Gedenkstätten oder touristischen Orten in Böhmen kaum deutsche Übersetzungen. Die Erinnerung an die Vergangenheit sitzt tief. Blick vom Schloss auf die mittelalterlich anmutende Stadt Krumau mit der St. Veit Kirche
Jetzt hat der Tourismus das Sagen Vom Schloss laufe ich hinunter in die Stadt. Mir fällt auf, wie aus vielen Altstadthäusern Touristenunterkünfte geworden sind. Auch zahlreiche Restaurants haben sich an die inzwischen international normierte Touristenabfütterung angepasst. Da nur wenige ausländische Besucher tschechische Speisekarten lesen können, werden die Essensangebote auf Fotos präsentiert. Und weil die kalorienreiche böhmische Küche nicht allen gleichermaßen zusagt, werden vielerorts „Small Pizza“, „Sandwiches“ und natürlich „Draft Beer“ angeboten. Souvenirangebot in Krumau: bunte Standardware
Auch das Souvenirangebot entspricht den Erwartungen: Preislich im Rahmen, halbwegs nützlich in der Verwendung und passend für das Handgepäck. Mehr oder weniger geschmackvolle Trinkflaschen oder Tassen gibt’s in allen Variationen. Wer einen Hauch Landeskultur mit nach Hause nehmen will, packt noch CDs des böhmischen Komponisten Antonín Dvořák oder des Opernkomponisten Leoš Janáček dazu. Schließlich gibt’s im Angebot auch noch Kuschelbären in allen Formaten. Sie sollen an die Bären im Schlossgraben erinnern.
Entlang einer Moldauschleife, in unmittelbarer Nachbarschaft das Egon Schiele Art Centrum
Egon Schieles schiefes Krumau Zu gern hätte ich das Egon Schiele Art Centrum besucht. Immerhin laufe ich fast dran vorbei. Schieles Mutter stammte aus Krumau. Daher kannte er den Ort aus seiner Kindheit. 1911 kam er wieder und verbrachte als 21 jähriger mit seiner Lebensgefährtin Wally Neuzil ein Künstlerjahr in Krumau. Seine expressionistischen Stadtansichten sind berühmt geworden. Einige gute Beispiele finden sich unter dem Stichwort „Egon Schiele Krumau Bilder“ im Netz. Allerdings wurden seinerzeit seine „schiefen Häuser“ im konservativen Kleinstadtmilieu von Krumau ebenso wenig geschätzt, wie seine wilde Ehe mit Wally. Im Egon Schiele Art Centrum erfolgt nun eine Aufarbeitung. Näheres hier: Durch Krumau auf den Spuren des Malers Egon Schiele.
Die Synagoge ist wieder renoviert Ich laufe an einer Moldauschleife entlang und peile als nächstes Ziel die Synagoge an, deren Existenz mich angesichts der wechselvollen politischen Geschichte der Stadt überrascht. Erwartungsgemäß gibt es in Krumau keine aktive jüdische Gemeinde mehr. Mit dem Einmarsch der Nazis wurden die damaligen Mitglieder enteignet und verfolgt. Viele Juden flohen ins Ausland oder wurden in Konzentrationslager deportiert. Inzwischen ist die zerstörte Synagoge wieder aufgebaut und dient als Kultur- und Begegnungsstätte. Das hübsche Gartencafé neben der Synagoge verspricht Entspannung, hat bei meinem Besuch allerdings noch geschlossen.
Krumaus Marktplatz mit Mariensäule: gelungenes Ensemble mit stilistischer Vielfalt
Ich bin inzwischen auf Krumaus zentralem Marktplatz angekommen. Es ist sieben Uhr morgens. Pünktlich läuten die Glocken der St. Veit Kirche. Wie in einer Echokammer wird das Geläut über den gepflasterten Platz und die Häuserfassaden vielfach verstärkt. Es ist ein Weckruf, denn nun kommt Leben in die Stadt. Cafés werden geöffnet. Erste Touristengruppen ziehen mit gezückten Handys über den Marktplatz.
Die schönsten Morgenstunden sind vorbei. Český Krumlov, Böhmens Bilderbuchstadt an der Vltava, wird wieder an seine Besucher übergeben. Wir hingegen müssen uns verabschieden. Wir wissen nun um die Bedeutung dieser Stadt, steigen zufrieden in die Pedalen und radeln weiter Richtung Prag.
Ganz allein in Tbilissi Die jung verliebte Tina möchte sich mit ihrem Freund Gega frühmorgens auf der Rustaveli Avenue treffen, damit sie dort ganz allein mit ihm die Zeit verbringen kann. Der schlaftrunkene Gega lässt sich nur widerwillig auf dieses unzeitige Rendez-vous ein. Doch seine Freundin plant schon den nächsten frühmorgendlichen Ausflug… So schildert es der georgische Autor Dato Turaschwili in seinem Roman „Westflug“. Georgier, so lernen wir, sind keine Frühaufsteher.
Ende August geht die Sonne in Tbilissi um viertelvorsieben auf. Das ist eine wunderbare Zeit, um durch eine Stadt zu laufen, die eigentlich noch schläft und doch viel zu erzählen hat. Am Ende einer mehrwöchigen Reise durch Georgien gehört ein Lauf durch Tbilissis lebendige Geschichte zu meinem schönsten Pflichtprogramm. So früh am Morgen bin auch ich, wie Tina und Gega, (fast) allein unterwegs. Nur die fleißigen Straßenkehrerinnen in ihren grün-gelben Schutzwesten sind schon tätig. Sie sorgen dafür, dass Tbilissis Straßen und Bürgersteige trotz vieler Schlaglöcher einen gepflegten Eindruck machen.
Altstadtrunde durch Tbilissi: 4,5 km durch eine faszinierende Stadt; Karte: Google Maps
Pirosmanis Erbe Mein Lauf beginnt unter den großen Platanen vor dem Gebäude der Nationalgalerie. Im Museum wird an einen großartigen georgischen Maler erinnert, der die europäische Avantgarde um die Jahrhundertwende begeisterte, dann aber viele Jahre von der Bildfläche verschwunden ist. Sein bürgerlicher Name: Nikolos Pirosmanaschwili, geboren 1862 in Mirzaani, einem Dorf im Osten Georgiens, verstorben 1918 in ärmlichsten Verhältnissen in Tbilissi. Hundert Jahre später zählt Niko Pirosmani zu den ganz Großen seiner Zunft.
Niko Pirosmani, Ausschnitt aus: Ortachala Belles, Nationalgalerie Tbilissi
Versetzen wir uns für einen Moment in Pirosmanis Zeit und flanieren die Rustaveli Avenue entlang:
„Zu beiden Seiten des Boulevards erstreckten sich herrliche Spaliere von Blumen und Zitronen, in denen unzählige Leute spazieren gingen, bildhübsche Damen in europäischen Kleidern, Offiziere in Uniform, in Fräcke gekleidete Aristokraten, Fürsten und Adlige aus der Provinz. In den Straßen verkehrten die russische Straßenbahn und europäische Kutschen. Es gab die neuesten Modelle von Cadillac, Mercedes, Daimler, Peugeot und Studebaker zu kaufen, gleich nebenan Nähmaschinen von Singer.“[1]
Sind wir in Paris, Berlin oder Moskau? Nein, das ist Tbilissi auf dem Weg ins 20. Jahrhundert, eine pulsierende Stadt im Russischen Zarenreich im Schnittpunkt wichtiger Handelsrouten.
[1] Giorgi Kakabadse, Der Mythos Niko Pirosmani, Wiesbaden, 2021; im Original 2010 in Tbilissi erschienen; S. 16-17, der Text ist gekürzt.
Blutiger Freiheitskampf Ich wechsle die Straßenseite und laufe die Rustaveli Avenue ein kurzes Stück Richtung Liberty Square. Ich stehe nun vor einem mächtigen klassizistischen Säulenbau. Vor dem Gebäude wehen Flaggen. Davor eine Freitreppe, rechts und links Springbrunnen. Auf der Treppe steht ein Kreuz. Es wirkt zart und zerbrechlich, die beiden Querstreben neigen sich nach unten. Der Eingang zum Inneren des Gebäudes ist mit einer meterhohen Stahlwand verschlossen. Davor schiebt ein Polizist Wache. An einer Säule des Gebäudes sind Überwachungskameras installiert. Das wirft Fragen auf, denn der Platz wirkt eigentlich friedlich. Auf dem Platz ist noch ein weiteres Monument. Es wirkt wie ein grob behauener Felsblock, umfasst von einem steinernen Rahmen. Ein Schriftzug in georgischer Sprache erinnert an einen 9. April. Was hat das alles zu bedeuten? Später forsche ich nach: Dies ist das georgische Parlament, und dieser Platz hat eine lange, blutige Geschichte.
Um das alles besser zu verstehen, müssen wir zurückblicken. Der Bau stammt aus einer Zeit, in der Georgien Teil des russischen Zarenreichs war. Er stand hier also schon zu Pirosmanis Zeiten. Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre wurde er weiter ausgebaut. Bemerkenswert daran ist, dass dies mit Hilfe deutscher Kriegsgefangener aus dem Zweiten Weltkrieg geschah. Denn von den über zwei Millionen deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion, wurden rd. 40.000 in georgischen Arbeitslagern festgehalten. Noch heute hört man anerkennend, dass sie trotz widrigster Haftbedingungen maßgeblich am Bau wichtiger Gebäude, Straßen und Brücken beteiligt waren.
Das zarte Kreuzmotiv wirkt vor dem mächtigen Parlamentsbau ein wenig verloren. Aber es hat eine wichtige symbolische Bedeutung, denn es wird der Heiligen Nino zugeschrieben, auf deren segensreiches Wirken im frühen 14. Jahrhundert die Christianisierung des Landes zurückgeht. Als Kreuz trug sie übereinandergelegte Rebenzweige, Zeichen des Friedens. Doch warum dann all diese strengen Sicherheitsvorkehrungen?
Nino-Kreuz, Stahlwand und Überwachungskameras vor dem georgischen Parlament
Wir erinnern uns, im Frühjahr 2024 demonstrierten vor diesem Parlamentsgebäude Tausende von Menschen gegen das sogenannte Gesetz über die Transparenz ausländischen Einflusses. Kritiker des Gesetzes befürchten, dass damit zivilgesellschaftliche Organisationen, die aus dem Ausland unterstützt werden, einer willkürlichen Kontrolle unterworfen oder gar verboten werden könnten. Argwohn erweckt zudem, dass der Text jenem des russischen Gesetzes über „ausländische Agenten“ gleicht, mit dem der Kreml aktiv kritische Stimmen unterdrückt. Der Widerstand ist in der Gesellschaft weit verbreitet. In den Straßen von Tbilissi finden sich Graffiti mit der Losung: „NO RUSSIAN LAW !!!“ oder noch expliziter: „RUSSIA is a KILLER State“.
Der kleine Satellitenstaat Georgien – er ist nicht größer als Bayern – hat mit Russland in der Tat selten gute Erfahrungen gemacht. Daran erinnert auch jenes steinerne Mahnmal auf dem Parlamentsplatz. Der 9. April steht nämlich für ein Ereignis, das tiefe Wunden in das kollektive Gedächtnis der Menschen gerissen hat. In den ersten Apriltagen 1989, Georgien war damals noch Teil der Sowjetunion, demonstrierten Menschen friedlich gegen die sowjetische Herrschaft und forderten die Unabhängigkeit Georgiens. Am 9. April wurden die Menschen auf dem Parlamentsplatz schließlich von sowjetischen Truppen brutal mit Tränengas, Schlagstöcken und scharfen Militärspaten niedergemetzelt. Es gab über 20 Tote und hunderte Verletzte. All dies passierte in einer Zeit, als auch die Menschen in der DDR friedlich auf die Straßen gingen. Zwei Jahre später, wiederum am 9. April 1991, erklärte Georgien seine Unabhängigkeit.
35 Jahre früher gab es an gleicher Stelle schon einmal ein Massaker, wiederum ausgeführt von sowjetischen Truppen. Diesmal gab es Kritik an Chruschtschows Entstalinisierungspolitik. Denn Stalin stand damals besonders bei jungen Demonstranten hoch im Kurs. Das Blutbad von 1956 forderte über hundert Tote und viele Verletzte.
Viele Georgier, so hören wir, haben bis heute ein ambivalentes Verhältnis zu Stalin. Denn Josef Stalin war ein Landsmann, geboren in Gori, und er hatte es bis an die Spitze der Sowjetunion geschafft. Dafür wird er bewundert und verehrt. Auf unserer Fahrt durch das Land sehen wir immer wieder Stalinbüsten. Aber er war auch ein Diktator und Massenmörder. Seine Grausamkeiten werden jedoch seinem Handlanger und Geheimdienstchef Lawrenti Beria angelastet. Auch er war ein Georgier, der aber aufgrund seiner skrupellosen Säuberungsaktionen gegenüber Regimegegnern bis heute im Land verhasst ist. Nach Stalins Tod 1953 wollte Beria seine Nachfolge antreten. Nikita Chruschtschow wusste das zu verhindern und ließ Beria noch im gleichen Jahr hinrichten.
Noch kein Verkehr am Freedom Square
Der Zahn der Zeit nagt im Sololaki Viertel Kehren wir zurück zum morgendlichen Lauf durch Tbilissi. Inzwischen habe ich den Freedom Square erreicht. Ein großer Platz, in der Mitte eine hohe Säule mit dem vergoldeten Sankt Georg, dem Namenspatron Georgiens. Auch hier ruht noch der Verkehr. Von hier aus laufe ich ins Sololaki-Viertel, das vielleicht interessanteste Stadtquartier Tbilissis. Auf der Georgi Leonidze Straße geht es leicht bergauf, denn das Viertel liegt an den Hängen des Matsminda-Berges. Sololaki erlebte seine Blütezeit Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Davon zeugen die prächtigen Fassaden alter Patrizierhäuser. Hier lebte das wohlhabende Bürgertum Tbilissis, darunter Kaufleute und Intellektuelle. Heute präsentiert sich das Quartier in einer charmant morbiden Mischung aus altem Baubestand, Verfall, Restaurierung und ultramodernen Neubauten. Manche Häuser sind inzwischen so baufällig, dass ihr Zusammensturz nurmehr mit Stahlträgern aufgehalten werden kann. Neben hippen Kneipen, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen finden sich noch viele Tante-Emma-Läden und improvisierte Obst- und Gemüsestände, die das Quartier menschlich zusammenhalten und darüber hinaus mit dem Nötigsten versorgen. Wir verlassen die Gassen und Hinterhöfe Sololakis und laufen wieder Richtung Liberty Square.
Altes Wohngebäude in Sololaki Restaurierter Stadtteil mit Blick auf die Statue der „Mutter Georgiens“
EU oder Russland? In einem großen Eckhaus auf der Apkhazi Straße nahe am Liberty Square fällt das sogenannte „Information Center on NATO und EU“ ins Auge. Es dient, so die Selbstbeschreibung, als Ort des Dialogs über den Europäischen und Euro-Atlantischen Integrationsprozess Georgiens.
In den Straßen Tbilissis fordern tatsächlich viele Wandbilder den Beitritt Georgiens zur Europäischen Union. Neben jeder georgischen Flagge weht auch die blaue europäische Fahne mit den 12 gelben Sternen. Die EU veröffentlicht Umfragen, nach denen eine klare Mehrheit der Georgier der EU positiv gegenüber stehen. Seit 2016 besteht mit der EU ein Assoziierungsabkommen, 2022 reichte die georgische Regierung infolge des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine ein Beitrittsgesuch ein, Ende 2023 verlieh die EU Georgien den Beitrittskandidatenstatus. Viele Millionen Euro Finanzhilfe sind bisher aus Brüssel nach Tbilissi geflossen. Ist die Westanbindung Georgiens also nicht mehr aufzuhalten?
Die Macht der Geographie Die Realität ist vielschichtig, und wir müssen das ganze Land betrachten. Blicken wir zunächst auf die Landkarte. Georgien ist weit weg von der EU. Auch jene Mitgliedsländer, die Georgien geographisch am nächsten liegen, sind über 1000 km entfernt. Nur das NATO-Land Türkei ist unmittelbarer Nachbar. Ein EU-Beitritt der Türkei aber ist nicht abzusehen. Stattdessen stehen Russlands Truppen buchstäblich mit dem Fuß in der Haustür. Nach mehreren militärischen Konflikten in der jüngeren Vergangenheit, die Georgien allesamt verloren hat, hält Russland mit den Regionen Abchasien und Südossetien 20% der Landesfläche Georgiens besetzt. Fährt man von Tbilissi nach Westen, führt die Straße in Sichtweite zum Grenzzaun zu Südossetien vorbei. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete unlängst, dass die Russen den Stacheldrahtzaun Stück für Stück auf georgisches Gebiet versetzen.
Abchasien und Südossetien sind russisch besetzte Gebiete in Georgien; Bildquelle: Zeit Online
Wir haben viele Menschen gefragt, wie sie zur EU und zu Russland stehen. Es ist ein Thema, das mit großer Leidenschaft diskutiert wird. Die Jüngeren verorten sich klar im Westen, die Älteren sind russlandfreundlicher oder einfach nur zurückhaltend gegenüber neuen Allianzen. Auch mit unserem Gastwirt in Ushguli, ein Ort in der Bergregion Swanetien mit UNESCO Weltkulturerbe Status, sprechen wir über einen möglichen EU-Beitritt. Er freut sich zwar über die zahlungskräftigen Wandertouristen aus der EU, möchte aber unbedingt seine kulturelle Identität bewahren. Manche Georgier befürchten, dass mit der EU-Anbindung ein Wertewandel einhergeht, der nicht zu ihrem Lebensumfeld passt. Gleichzeitig verspüren aber auch viele Menschen den kalten Atem des nördlichen Nachbarn im Nacken.
16 Kilometer nördlich von Stepantsminda, einem Touristenort am Fuße des Kasbek Berges, liegt die Grenze zu Russland. Hier ist der Kaukasus wild und schroff, hoch oben über den Schluchten kreisen die Geier. In einem Jugendcamp, fast in Sichtweite der Grenze, kommen wir mit zwei Studentinnen ins Gespräch. Ihr bemerkenswert gutes Englisch haben sie, wie sie lachend erzählen, beim Anschauen amerikanischer Serien gelernt. Sie träumen von Erasmusstipendien für Wien oder Italien. Aber sie haben Angst, dass russische Truppen jederzeit wieder in kriegerischer Absicht die georgische Grenze überschreiten könnten. Viele russische Touristen, so beklagen sie, sprechen in Georgien wie selbstverständlich Russisch, so als ob das Land noch immer oder schon wieder Teil der ehemaligen Sowjetunion wäre.
Handel (ver)bindet Unterdessen passieren Tag für Tag in beide Richtungen Hunderte von Lastwagen den georgisch-russischen Grenzposten in der Darial-Schlucht. Wir fahren hin und schauen uns das an. Die Bergstraße ist eine der ganz wenigen Passagen über den großen Kaukasus. Wir beobachten Lastwagen mit russischen, georgischen, türkischen, armenischen, aserbaidschanischen oder kirgisischen Kennzeichen. Sie scheinen ohne große Verzögerungen die Grenze zu passieren. Und wir sehen, wie viele deutsche Luxuslimousinen ganz ohne Kennzeichen auf einem großen Parkplatz herumstehen. Experten, die die Handelsstatistiken in der Region analysieren, hegen Zweifel, dass Georgien die westlichen Ausfuhrbeschränkungen für Militär- und Dual-Use-Güter nach Russland konsequent einhält. Ein Kuriosum am Rande sind die vielen Lastwagen mit deutschen Aufschriften. Sie sind in Deutschland jedoch längst ausgemustert und werden nun von regionalen Spediteuren eingesetzt.
In Deutschland ausgemusterte Lastzüge auf dem steilen Weg durch den Kaukasus nach Russland
Russland gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Georgiens. So werden Wein und Mineralwasser in großen Mengen nach Russland verkauft. Von dort kommen vor allem Ölprodukte und Gemüse sowie ein Fünftel der Erdgasimporte. Jährlich reisen rund 1,5 Millionen russische Touristen nach Georgien. In Tbilissis Wechselstuben ist der Rubel neben dem Euro und dem US-Dollar die wichtigste Währung. Georgien profitiert zudem von erheblichen Transferzahlungen aus Russland[1]. Wenn Russland also – wie in der Vergangenheit geschehen – die Grenzen dicht macht, hat vor allem Georgien ein Problem.
Eine Richtungswahl? All diese Aspekte stehen ganz oben auf der politischen Agenda. Denn am 26. Oktober 2024 wird in Georgien ein neues Parlament gewählt. Politisch hat sich Georgien zuletzt stärker Russland zugewandt. Viele zeigen dabei auf Bidsina Iwanischwili. Das ist der reichste Mann Georgiens und der eigentliche Chef der Regierungspartei. Er hat sein Milliardenvermögen in Russland gemacht und bestimmt, so hören wir, den neuen Kurs. Im Juni 2024, nachdem die Regierungspartei „Georgischer Traum“ im Parlament auch das Veto der Präsidentin Georgiens zum Transparenzgesetz überstimmt hatte, legte die EU Georgiens Beitrittsprozess vorerst auf Eis.
Hat das europafreundliche Wahlbündnis der Opposition eine faire Chance, die Weichen neu zu stellen? Bis in die erste Septemberwoche hinein sehen wir auf den Straßen Tbilissis ausschließlich Wahlplakate der regierenden Partei „Georgischer Traum“. Auch sie wirbt öffentlich für Europa, manche Beobachter halten das jedoch für irreführend. Das Internetportal „Civil Georgia“, herausgegeben von der UN Association of Georgia, zeigt sich besorgt über die zunehmende Polarisierung im Land und berichtet von Schikanen gegenüber regierungskritischen Nicht-Regierungsorganisationen und Oppositionellen.
Auf dem Weg zum Maidan Es ist nützlich, auch als Tourist die geostrategische Gemengelage zu kennen. Manches lässt sich besser einordnen. In solchen Gedanken versunken, habe ich auf meinem Lauf unterdessen die unterirdischen Ladenpassagen des Liberty Square erkundet und setze meine Runde nun oberirdisch fort. Am besagtem Information Center biege ich jetzt ab in die Kote Apkhazi Straße und laufe hinunter zum Fluss und in den ältesten Teil der Stadt.
Tagsüber ist die Apkhazi Straße eine beliebte Touristenmeile, am Morgen jedoch das Terrain der Straßenhunde. Die Straße beeindruckt durch ein buntes Nebeneinander alter und neuer Gebäude. Verschiedene Religionsgemeinschaften pflegen hier offenbar ein tolerantes Nebeneinander, denn in enger Nachbarschaft befinden sich christlich-orthodoxe Kirchen, eine Moschee und eine Synagoge.
Hunde bestimmen das morgendliche Bild auf der Kote Apkhazi Street
Ich nähere mich dem Maidan. Das ist einer der ältesten Plätze in Tbilissis Altstadt. Er wird deshalb auch nach dem Stadtgründer Vakhtang Gorgassali, einem König aus dem 5. Jahrhundert, benannt. Einst war dies der Platz der Händler und Handwerker, heute ist es ein Ort, in dem der Tourismus deutliche Spuren hinterlässt. Die Souvenirhändler wurden in die Katakomben unterhalb des Platzes verbannt, oben preisen unzählige Autovermieter ihre Wagen an. Wer will, kann sich mit Auto und Chauffeur in alle Himmelsrichtungen, nach Jerewan im Süden, Kazbegi im Norden, Batumi im Westen an der Schwarzmeerküste oder vielleicht sogar bis nach Baku im Osten ans Kaspische Meer fahren lassen.
Vom Maidan mache ich einen kurzen Abstecher ins Bäderviertel. Die Geologie hat Tbilissi reich mit Thermalquellen beschenkt. Den Schwefelbädern wird sowohl heilende als auch desinfizierende Wirkung nachgesagt. Einst wuschen sich hier die durchreisenden Händler, Männer verhandelten Geschäfte oder ließen Kupplerinnen in den nach Geschlechtern getrennten Badehäusern auf (Ganzkörper-) Brautschau gehen. Heute kann man hier die üblichen Spa-Anwendungen buchen.
Der mühsame Weg in die Moderne Über die Metekhi Brücke überquere ich nun den Mtkvari. Das ist der Fluss, der quer durch Tbilissi fließt. Jenseits des Flusses, am Europa-Platz, steht ein Stück Berliner Mauer. Ein „Geschenk des deutschen Volkes an das georgische Volk“, steht auf der Inschrift. Was steckt dahinter? Nun, die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989, exakt 17 Monate später, am 9. April 1991, erklärte Georgien seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Doch mit der neuen Freiheit ging ein schwerer wirtschaftlicher Einbruch einher. Menschen, die sich noch allzu gut daran erinnern können, sprechen über diese Zeit von blankem Chaos, Anarchie und ausufernder Korruption. Die Schriftstellerin Nino Haratischwili schildert die Auswüchse dieser Zeit eindrücklich in ihrem Roman „Das mangelnde Licht“. Erst mit der Reformpolitik in der Präsidentschaft von Michael Saakaschwili ab 2004 begann sich das Land allmählich zu stabilisieren.
Wenn man vom Europa-Platz die Metekhi Straße ein Stück hinaufläuft, eröffnet sich der Blick auf das moderne Tbilissi. Die Wirren der 1990er Jahre scheinen vergessen zu sein. Aus dem hübsch angelegten Reki Park führt eine Seilbahn hinauf zur Statue der „Mutter Georgiens“. Eine kurzweilige Fahrt für Ausflügler, die den Blick vom Matsminda Berg auf die Stadt genießen wollen. Auch der Flug mit dem Gasballon der Wohnungsbaufirma m² erfreut sich großer Beliebtheit. Die Friedensbrücke mit dem elegant geschwungenen Glasdach ist auch so ein Publikumsmagnet, denn am Abend gibt es auf der Brücke eine raffinierte Lightshow, so dass schnell Partystimmung aufkommt. Am Morgen aber überquere ich die Friedensbrücke allein. Fast allein. Ein Straßenhund ist mir ein treuer Begleiter.
Das moderne Tbilissi: Freizeitvergnügen im Reki Park
Mitten durchs Touristenviertel Parallel zum Fluss laufe ich nun in nördlicher Richtung durch die Altstadt. Auf der Erekle II. und der Shavteli Straße werden sich später am Tag die Touristen drängen, die Kneipen um die Kunden buhlen und die Teppichhändler ihre Ware ausbreiten. Zur vollen Stunde tanzen Marionetten aus einer Turmuhr heraus, unzählige Smartphone Kameras zeichnen das Spektakel auf und verbreiten es per Social Media in die Welt. Ich aber laufe hier allein und entspannt und schaue mir ganz ohne Gedränge die beeindruckende Anchiskhati-Kirche an. Sie stammt aus dem 6. Jahrhundert und gilt als das älteste Bauwerk in Tbilissi. Es lohnt sich, am Nachmittag noch einmal vorbeizukommen, denn dann stehen die Chancen gut, vor der Kirche eine georgische Hochzeitsgesellschaft zu erleben.
Hochzeitsgesellschaft live vor der Anchiskhati-Kirche
Ich überquere nun die vierspurige Nikoloz Baratashvili Straße, die von großen Wohnungsbauten aus der Sowjetzeit gesäumt wird. Inzwischen hat der morgendliche Berufsverkehr eingesetzt. Ruhiger wird es erst wieder auf dem Blumenmarkt am Orbeliani Platz. Über die Revaz Tabukashvili Straße, die parallel zur Rustaveli Avenue verläuft, gelange ich nun schnell an mein Ziel im Park hinter der Nationalgalerie. Es ist der Park des 9. April. Dieses Datum ist wirklich allgegenwärtig in Tbilissi.
Nachspiel Ein paar Tage später spielt die georgische Fußballnationalmannschaft in einem Heimspiel gegen Tschechien. Es ist der erste Spieltag in der Europäischen Nations League. Auf einem großen Platz am Ende der Rustaveli Avenue findet ein Public Viewing statt. Der Platz ist voller Menschen, Fahnen werden geschwenkt und Bierflaschen geleert. Die Stimmung ist gut. Georgien führt. In der Halbzeitpause bemerken wir eine kleine dunkelhaarige Frau, die von Bodyguards umringt wird. Gut gelaunt steht sie inmitten der fußballbegeisterten Menge. Es ist die Präsidentin Georgiens, Salome Surabischwili. Warum mischt sie sich hier unters Volk und sitzt nicht neben dem Ministerpräsidenten Irakli Kobachidse in der VIP Loge des heimischen Stadiums? Längst hat die Präsidentin zur eigenen Regierungspartei politisch Abstand genommen. Im Wahlkampf unterstützt die ehemalige Diplomatin die pro-europäischen Kräfte. Das Fußballspiel hat Georgien übrigens 4:1 gewonnen. Wer wird am 26. Oktober 2024 bei der Parlamentswahl die Nase vorn haben?
Georgiens Präsidentin Salome Surabischwili mischt sich unter die Fußballfans