Melbourne, Australien: Herbstmorgen am Yarra-River und Victoria Harbour, Abendstimmung am Strand von St. Kilda

 

Strecke: Rundstrecke im Stadtteil Melbourne Central District, South Bank; Melbourne Convention and Exhibition Center (MCEC), Yarra Promenade (South Bank), South Bank Promenade, Capital City Trail, rund um die Royal Botanic Gardens, zurück am Yarra Ufer,  rd. 60 Minuten;  Varianten: MCEC, Webb Bridge über den Yarra River, Docklands Park zum Victoria Harbour und zurück, rd. 45 Minuten; in der Abenddämmerung entlang der Strandpromenade in St. Kilda zum historischen Leuchtturm.

Um 6:20 Uhr morgens ist Melbourne längst erwacht. Die Morgendämmerung an diesem schönen Frühherbsttag kämpft noch gegen die Nacht. Die letzten Nachtschwärmer verlassen das angesagte Kneipenviertel Fitzroy.  Die ersten Frühaufsteher sind schon auf dem Weg zur Arbeit. Vom Melbourne Convention and Exhibition Center kommend  geselle ich mich zu den Fahrradfahrern und Joggern, die nun die Wege entlang des Yarra Flusses, der die Stadt von Ost nach West durchquert, bevölkern.  Es ist genug Platz, doch ich stoße auf beharrlichen Gegenverkehr. Bis ich mich endlich als Geisterjogger entlarve und auf die linke Seite ausweiche. Denn in Australien gilt auch beim Joggen Linksverkehr. Hier an der South Bank ist das Ufer des Yarra gesäumt von Straßencafés und Restaurants, jetzt noch leer, doch später  gut besucht.

Nun kommt Leben in die Bootshäuser.  Behutsam werden Zweier-, Vierer- und Achterruderboote zu Wasser gelassen. Ein Mittfünfziger entschuldigt sich höflich, dass sein Boot den Laufweg versperrt. Jemand ruft Anweisungen durch ein Megafon: Ein Trainer treibt seine Bootsmannschaft den Fluss hinauf und radelt am Ufer nebenher. Auf der anderen Seite des Flusses liegt die Rod-Laver-Arena. Sie erinnert an den australischen Tennisspieler, der in den 60iger Jahren des letzten Jahrhunderts zweimal alle Grand-Slam-Turniere gewann. Im Januar, wenn es in Europa zu kalt und in Melbourne richtig warm ist, werden hier die Australian Open ausgetragen.  In Deutschland hat man sich jüngst wieder daran erinnert. Denn für viele überraschend hat im Januar 2016 Angelique Kerber die begehrte Tennistrophäe gewonnen.

Vom Capital City Trail geht es jetzt rechts ab zu Melbournes beliebtester Joggingstrecke: 3,5 km rund um die Royal Botanic Gardens.  Nachts mit Beleuchtung. Elektronische Uhren zeigen wie schnell man ist.  Und Trinkanlagen retten vorm Verdursten. Auf dem Rückweg taucht auf der Nordseite des Yarra das Melbourne Sea Aquarium auf.  Hier sind einige der gefährlichen Krokodile zuhause, die an Australiens Küsten etliche Surfer auf dem Gewissen haben.

Melbourne hat seine erste Blütezeit dem Goldgräberboom des 19. Jahrhunderts zu verdanken. Damals galten die Rechte der Aborigines, die seit vielen tausend Jahren diese Gegend bevölkerten, nicht viel angesichts der kolonialen Interessen der britischen Krone.  In den letzten Jahrzehnten hat die Stadt eine neue, diesmal asiatische Einwanderungswelle erlebt.  Um die kommunalen Einnahmen muss es gut stehen, denn die Stadt entwickelt attraktive Wohngebiete, stellt Kunst auf öffentlichen Flächen aus und fordert zur kostenlosen Nutzung des innerstädtischen Straßenbahnnetzes auf.

Es ist 6:20 Uhr am Abend. Die Sonne senkt sich in den Südpazifik. Die Kite Surfer am Strand von St. Kilda rollen ihre Schirme ein, die letzten Sonnenstrahlen spiegeln sich in den Hochhäusern von Melbourne wieder.  An der Mole unterm historischen Leuchtturm kommen die Zwergpinguine von ihren Tagesausflügen zurück.  Einer hat sich nicht rechtzeitig verkrochen. Über zwanzig Objektive sind gnadenlos wie Maschinengewehre auf ihn gerichtet. Ratatatatatat. Der kleine Zwergpinguin flattert aufgeregt mit den kleinen Flügeln. Er dreht sich auf der Stelle und weiß nicht wohin. Seine Kumpel haben sich schon längst unter dem  Holzsteg vor den neugierigen Touristen in Sicherheit gebracht.

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