Am Wellenschlag des Bodensees: Konstanz

Rundstrecke: Neugasse (Altstadt), Rosgartenstraße, über Marktstätte in die Tirolergasse, links in die Münzstraße, rechts in die Wessenbergstraße, im Uhrzeigersinn um das Münster herum, über Münsterplatz und in leichter Rechtskurve über Brückengasse auf die Konzilstraße. Den Rhein überqueren bis zum Sternenplatz. Rechts auf die Seestraße und immer am See entlang bis zur Bodenseetherme. Weiter auf dem Wendelgardweg bis zur Landspitze „Hörnle“. Zurück auf demselben Weg. Jenseits der Rheinbrücke über Stadtgarten, Imperia, Hafengelände und über die Gleise, Bodan- und Rosgartenstraße zurück in die Neugasse; 9,2 km.
Konstanz 9,2 km Mai16_Jan17 Karte2

Wir starten vom kleinsten Haus in der Neugasse am südlichen Ende der Konstanzer Fußgängerzone. In nördlicher Richtung geht es auf der Rosgartenstraße und Tiroler Gasse mitten durch die Altstadt. Die schlauen Konstanzer haben im 2. Weltkrieg rechtzeitig vor den Bombern der Alliierten das Licht ausgemacht und erfreuen sich deshalb bis heute an einer fast intakten Altstadt, deren mittelalterlicher Gebäudebestand bis auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

In der Münzgasse werfen wir einen schnellen Blick in das Voglhaus.  Das Café besticht durch astreines Design, eine ansprechende Speisekarte und ein ansehnliches 33-Frauen-Team.  Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Münster, das allerdings nur Einer Lieben Frau gewidmet ist.  Im Uhrzeigersinn umrunden wir den mächtigen Sakralbau und gelangen über den Münsterplatz und durch die verwinkelte Brückengasse in die Niederburg, dem ältesten Teil der Stadt.  Auf der Konzilstrasse sind wir wieder im neuzeitlichen Verkehr angekommen,  obwohl der Straßenname an ein Jahrhunderte altes Kuriosum der Kirchengeschichte erinnert.  Von 1414 bis 1418 fand das sog.  Konzil von Konstanz statt, bei dem gleich drei miteinander streitende Päpste durch einen neuen Pontifex ersetzt werden mussten,  um die Einheit der  römischen Amtskirche wieder herzustellen.  Dass diese spirituelle Erneuerung  von handfesten Machtkämpfen begleitet wurde, verwundert Kenner der Kirche nicht.  Die ehrwürdigen Mitglieder des Konzils waren aber auch irdischen Ablenkungen gegenüber keineswegs abgeneigt. Darüber mokiert sich die üppige Kurtisane Imperia. Ihre Statue steht in der Hafeneinfahrt von Konstanz. Bei neun Metern Höhe und entsprechender Oberweite ist ihre erotische Ausstrahlung nicht zu überbieten.

Foto 06.01.17, 12 21 27Die Ränkespiele der Päpste lassen wir nun hinter uns und überqueren den noch jungen Rhein, der an dieser Stelle gleichsam aus dem Bodensee heraus gespült wird, um seinen 900 km langen Weg bis zur  Mündung in die Nordsee anzutreten.  Am Sternenplatz biegen wir rechts in die Seestraße ein und laufen nun gute drei Kilometer immer am Seeufer entlang bis zum sog. Hörnle, der östlichsten Landspitze von Konstanz.

Dieser Streckenabschnitt ist an Schönheit und Abwechslung schwer zu überbieten. Jenseits des dunkelblauen Seewassers erheben sich die verschneiten Schweizer Alpen, diesseits streiten sich Enten, Schwäne und Haubentaucher um die Brotkrumen einer gutmeinenden Dame. Herrschaftliche Häuser  aus der vorletzten Jahrhundertwende säumen die Uferstraße.  Die Platanen verharren im winterlichen Kurzhaarschnitt.  Wir passieren das Konstanzer Casino, die prächtige Jugendstilvilla des Riva Hotels, den Yachthafen, großzügige Seniorenresidenzen und postmoderne Neubauten. Fähren kreuzen, Hunde ziehen ihre Besitzer hinter sich her, ein Zeppelin schwebt vorbei. Auf dem Kieselstrand wärmen sich  Steinmandel in der Sonne, und der leichte Wellenschlag des Sees beruhigt auch die letzten noch unruhigen Gemüter.

Nach einer Linkskurve um den Stiegler Park taucht das großzügige Gelände der Bodenseetherme auf, Sommer wie Winter ein Wasserspass für  alle Altersklassen.  Wir laufen weiter auf dem Wendelgardweg, lassen das hübsche Schloss Seeheim links liegen und gelangen schließlich in das  weiträumige Strandbadgelände am Hörnle.

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An der äußersten Spitze der Landzunge verscheuchen wir eine Möwe, um dann auf unseren Spuren wieder zurück in die Altstadt von Konstanz zu traben. Noch bevor wir die Rheinbrücke überqueren,  sehen wir  in wundervoller Insellage direkt vor der Altstadt das prachtvolle Gemäuer eines ehemaligen Dominikanerklosters liegen. Hier hat sich jetzt das Steigenberger Hotel  einquartiert. Über den  Stadtgarten laufen wir in den Konstanzer Hafen, erweisen der barbusigen sich langsam im Kreis drehenden Imperia unsere Ehre, joggen die Hafenstrasse weiter und überqueren schließlich über eine Fußgängerbrücke die Bahngleise in die Schweiz.  Über Bodan- und Rosgartenstraße sind wir schnell wieder in der Neugasse angekommen.

 

 

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