Texel, Niederlande: Zum Vogelparadies von De Slufter im Nationalpark Duinen van Texel

Laufstrecke: Vom Parkplatz des Dünen-Campingplatzes in De Koog rechts durch den weitläufigen Campingplatz, an dessen Ende ein kurzes Stück links und wieder rechts rd. 500 m parallel zu den Dünen halten. Dann rechts auf welligen Sand- und Graswegen zu einer Aussichtsdüne und weiter rd. 500 m ins Weidegebiet. Dann links mehrere Kilometer auf geradem und  befestigtem Weg nach  Norden und schließlich links Richtung  De Slufter laufen. Durch kleine Dünen und  Sand am Südufer des Slufter entlang bis zum Meer, am Strand zurück nach De Koog;  6,5 km Lauf durch Dünenlandschaft + 5,5 km Strandlauf, ca. 75 Minuten.


Es ist kurz nach 8 Uhr und auf dem ausgedehnten naturbelassenen Campingplatz in den Dünen bei De Koog herrscht Morgenruhe. Die Sonne steht noch flach im Osten, eine angenehme Brise aus Nordost kühlt die Stirn. Rebhühner rennen aus den Gebüschen in elliptischen Bahnen vor uns her.

Wir sind mitten im Nationalpark Duinen van Texel und laufen durch eine abwechslungs- und stimmungsvolle Dünenlandschaft. Hinter den letzten Zelten biegen wir links ab in Richtung Meer, kurz vor der letzten und höchsten Düne, die die Insel vor Hochwasser und Sturm  schützt, geht es nach rechts parallel zum Dünenkamm. Das Gelände ist hügelig, der Weg ist mal fest und grasbewachsen, mal etwas sandiger mit weichem Untergrund.  Heidekraut blüht in sanftem Lila.  Links rauscht das Meer, rechts wärmt die Sonne. Nach gut 500 m biegen wir ins Inselinnere ab. Eine beachtliche Düne tut sich vor uns auf  und wir erklimmen sportlich die steilen Stufen zur Aussichtsplattform. 20-25 Meter Höhe über dem Meeresspiegel reichen für einen herrlichen Rundblick zur Nordsee im Westen, dem Badeort De Koog im Süden, den  ausgedehnten Weidelandschaften im Osten und den Feuchtgebieten von De Muy und De Slufter im Norden. Dieses Naturschauspiel ist einzigartig in Holland. 1851 hat ein schwerer Sturm die schützenden Dünen durchbrochen und seitdem fließt das Meer ungehindert in das Land. Geblieben ist eine wundersame Landschaft, Brutstätte unzähliger Vögel und Heimat seltener Pflanzen, die das salzige Wasser gut vertragen können.

Wieder herunter vom Inselgipfel  passieren wir Weidegatter. Ein Schild mahnt, dass wir von  den Tieren mindestens 25 Meter Abstand halten sollen. Die jungen Hochlandrinder haben das nicht gelesen, denn sie grasen unbekümmert auf dem Weg und sind mit ihrem braunen Zottelhaar richtige Knuffelbeesten, wie der Holländer sagen würde.  Auch die Texelschafe, von denen es angeblich mehr als menschliche Inselbewohner gibt, weiden friedlich im Naturreservat. Es fällt auf, dass die vielen Brandgänse gerne ihre Nähe suchen. Vielleicht weil die Schafe so schlau und flauschig sind.  Entlang der Weiden laufen wir ein paar Kilometer weiter Richtung Norden, biegen dann  links ab in leichtes Gehölz Richtung De Slufter.

Ein mächtiger Hase spurtet in unsere Richtung, und als er uns endlich wahrnimmt ist er schon mit einem schnellen Haken im Gebüsch verschwunden.  Der Weg geht allmählich in sandiges Gelände über und vor uns eröffnet sich die weite Bucht des Slufters. Mehr staksend als laufend bewegen wir uns über den sanft knirschenden Muschelteppich zum Wasser hin. Das hereinströmende Meerwasser ist tiefblau und hebt sich beeindruckend vom weißen Sand ab.  Im Wasser schwimmen unzählige Enten und Möwen. Jenseits des Meeresarmes sitzen tausende schwarz-weiß-graue Regenpfeifer im Sand. Ornithologen würden jetzt nicht weiter laufen. Der Wind fegt den Sand mit feinen Nadelstichen an unsere Waden.  Wir hören die Vögel, das Rauschen des Meeres und beobachten, wie die Wellen im Gegenwind zu weißer Gicht aufspritzen. Natur pur.

Wir laufen an die Stelle, wo das Meerwasser ins Land eindringt. Die Wasseroberfläche ist braun-rot von der Algenblüte gefärbt, doch das Wasser, das in die Bucht fließt,  ist  dunkelblau.  Es ist Ebbe, der Strand ist breit und das Meer hat sich weit zurückgezogen. Da wo der Strand hart und feucht ist, ist der Tisch für die grauen und schwarz-weißen Möwen gedeckt.  Muscheln, Krebse, Algenreste. Quallen mit einem Kreis feuerroter Punkte auf dem gallertartigen Rücken.  Die sind nicht so lecker.

Am Strand entlang von De Slufter zurück nach De Koog sind es 5,5 km. Der Wind hat aufge-frischt und schiebt uns von der Seite an.  In der Ferne kreuzen Yachten halb am Wind. Eine Reitergruppe kommt uns entgegen. Den Haflingern macht es sichtlich Spaß durch das flache Wasser zu traben.  Am Horizont tauchen die ersten Umkleidehäuschen am Rande der Dünen auf. Fein aneinander gereiht beherbergen sie das Strandgut der Sommergäste. Die ersten Jogger und Hundespaziergänger sind unterwegs. In De Koog angekommen, traben wir locker über den Dünenkamm, vorbei am Restaurant Noordzee mit den leckeren Muscheln, dehnen die Muskeln und freuen uns auf ein gutes Frühstück.

August 2015

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